ProjektUniklinik Aachen, Kinder- und Jugendpsychiatrie

Süd
Hof
Sporthalle

Projekt

 

Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Aachen

Auftraggeber

 

Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Zentrale

 

Mitarbeiter

 

Emel Usta-Bastian

 

Projektbeschreibung

Städtebau

Die Ausstrahlung von Geborgenheit und Schutz, die im Charakter einer privaten Wohnbebauung liegt, stellt ein wichtiges Gestaltungsmerkmal für den Entwurf „Neuer Neuenhof“ dar. Gerichtet nach einem guten menschlichen Maß weisen die einzelnen Baukörper eine ein- bis zweigeschossige Bauweise mit Satteldächern auf. Baukörperproportionen und Dachformen nehmen auf den bestehenden und denkmalgeschützten Gutshof „Großer Neuenhof“ Bezug. Sie dienen nicht dem Selbstzweck, sondern bieten den Bewohnern vor allem größtmögliche Behaglichkeit. Dieser städtebauliche Einklang formt das neue Gebäude harmonisch zu einem weiteren Baustein der Kinder- und Jugendpsychiatrie Aachen.

Ein symbolisches Gestaltungsmerkmal ist die Form des Schneckenhauses. Baulich entstehen hier halböffentliche und private Bereiche, die den Bewohnern die Möglichkeit bieten, im individuellen Tempo die „Fühler“ ausstrecken zu können. Der „Hof 1“ ist der halböffentliche Hof. Sein Baukörper als „ausgestreckter Arm“ zeigt eine umarmende Geste und empfängt Besucher und Patienten der Ambulanz und der Stationen. Er ist außerdem Ausgangspunkt für den Weg zur Schule und bietet zur Versorgung des Gebäudes den passenden Anlieferungsbereich. Der Hof 2 ist der private und von äußeren Einflüssen geschützte Innenhof, er versteht sich als Pendant zum bestehenden Innenhof des „Großen Neuenhof“. Der östliche, zweigeschossige Gebäudeflügel wirkt abschirmend zum benachbarten Studentenwohnheim und der ferner liegenden stark befahrenen Straße.

Architektur

Eine umlaufend materialgleiche Gebäudehülle aus Naturstein oder Klinker steht für den bewussten Einsatz von natürlichen und einfachen Materialien. Das klassische Satteldachhaus wird durch den fließenden Übergang zwischen Wand und Dach in eine moderne Formsprache übersetzt. Sowohl im Außenbereich als auch im Innenraum erzeugen Materialien wie Stein und Holz besondere Klarheit und Wärme. Die Außenfassade wird durch verglaste Gebäudezwischenräume optisch geteilt und in einzelne Bereiche gegliedert.

Die Proportionen von Fenster- und Wandflächen sind so aufeinander abgestimmt, dass ein wohnliches Außenbild erzeugt wird. Umlaufende Fassaden- und Dachfensterflächen an definierten Aufenthaltszonen erzeugen freundlich-helle Innenräume und interessante Außen-Innen-Blickbezüge. Außenräume können auch auf besondere Weise von den Fenstersitzbänken im Innenraum erlebt werden. Der außenliegende Sonnenschutz in Form von Lamellenelementen aus Holz lockern das Fassadenbild harmonisch auf und tragen positiv zum Energiekonzept bei. In den Bereichen, in denen kein außenliegender Sonnenschutz vorkommt, ist eine Sonnenschutzverglasung vorgesehen.

Der Neubau ist in zwei getrennten Bauabschnitten realisierbar. Dabei wurde besonders berücksichtigt, dass der tägliche Ablauf in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ungehindert weiterlaufen kann. Dabei wird im ersten Bauabschnitt der längliche, teilweise zweigeschossige Baukörper im Osten und im zweiten Bauabschnitt der westliche, eingeschossige Baukörper errichtet.

Freiraumplanung

Herzstück der Außenraumplanung ist der zentrale Innenhof Hof 2. Er wird, von Süden und Westen optimal besonnt, zu einem attraktiven Aufenthaltsraum im Freien. In nördlicher Richtung schließen sich Hof 1 und eine halböffentliche Grünfläche an. Diese Grünfläche lädt zwischen schützenden, aber dennoch lichten Bäumen auf dem kleinen Hügel zum beobachtenden Aufenthalt ein.

Der südliche, weitgehend unbebaute Grundstücksbereich, in dem der freundliche Obstbaumwiesencharakter weitestgehend erhalten bleibt, bietet Spiel- und Sportbereiche für Kleinkinder und Jugendliche. Für die Turnhalle wird hier ebenfalls eine erweiterte Außenfläche, die vielfältig nutzbar ist, angeboten. Ganz im Süden, in schallminderndem Abstand, befindet sich der Bolzplatz mit einer kleinen Zuschauertribüne.

Die erhaltenswerte Bestandshecke an der Straßenseite wird ins Freiraumkonzept integriert und teilweise ergänzt. Der besondere Charakter im Sinne eines natürlich gewachsenen Sichtschutzes bietet einen natürlichen Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleinstlebewesen und schenkt den Bewohnern einen besonderen Kontakt zur Natur.

Innenraum

Die Innenräume werden durch robuste Holzböden und Holzverkleidungen an den Wänden geprägt. Sie zeigen sich gleichermaßen modern und strahlen ein hohes Maß an Gemütlichkeit und Geborgenheit aus. Durch Nutzung bildet sich auf den Holzoberflächen mit der Zeit eine besondere Patina.

Zur optischen Unterscheidung der Stationen werden diese in den Farben Grün, Sonnengelb und Orange gestaltet. Sie beeinflussen die Wahrnehmung in positiver Hinsicht und dienen der leichten Orientierung der Nutzer. Auch die Bewohnerzimmer erhalten zur Identifizierung eine individuelle Farbgebung.

Die Beleuchtung der Flur- und Aufenthaltsbereiche erfolgt im Wesentlichen durch natürliches Licht über die Oberlichter in den Flurwänden. Zusätzliche Downlights in den Decken sind in notwendigen Bereichen vorgesehen. Die künstliche Beleuchtung der Flure vor den Bewohnerzimmern erfolgt über eine Lichtvoute auf beiden Wandseiten. Sie wirft ein angenehmes, indirektes Licht an die Decke.

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